Ich suche eine Anleitung bzw. Workshop zum Schmuckfotografieren.

Wir haben auf dieser Seite keine Anleitung für die Schmuckfotografie. Zu unterschiedlich sind die Anforderungen und die Möglichkeiten sich diesem Thema zu nähern. Stattdessen haben wir einige Fragen, die man zu diesem Thema immer wieder findet, zusammen gestellt und so weit das möglich ist beantwortet. Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie uns diese gerne unten stellen.

Was ist die beste Kamera für Schmuckfotografie?

In erster Linie hängt die Beantwortung vom Anspruch an die Fotos und dem Können des Fotografen ab. In Frage kommen einfache Kompaktkameras, das Mittelfeld mit Systemkameras und für gehobener Ansprüche Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven.

Grundsätzlich gibt es keine Kameras speziell für die Schmuckfotografie. Der einzig wichtige Aspekt ist, dass für die Schmuckfotografie ein Objektiv benötigt wird, dass einen guten Makrobereich hat. Alle anderen Aspekte sind bei der Schmuckfotografie nicht anders als bei anderen Fotobereichen. Auch ist kein besonders hoher Dynamikumfang nötig, wie man es in manchen Foren lesen kann. Wenn ein Schmuckstück gut ausgeleuchtet ist, ist der Dynamikumfang jeder handelsüblichen Digitalkamera ausreichend.


Kompaktkameras:
Bei Kompaktkameras sollte der Focus vor allem auf dem Objektiv liegen, da dieses nun einmal später nicht mehr getauscht werden kann. Wichtig ist hier, dass Sie eine Kamera mit einem Makroobjektiv auswählen. Viele Kameras glänzen mit einer sehr geringen Naheinstellgrenze von unter 10 cm bis hin zu 2-3 cm (so dicht können Sie mit der Kamera an das Objekt und dennoch scharf stellen). Doch oft ist diese Einstellung nur im Weitwinkelmodus möglich. Deutlich besser sind Kameras, die den Makrobereich auch in den anderen Brennweiten zulassen. Wenn das möglich ist, reicht auch eine Naheinstellgrenze von 15 bis 20 cm.

Ansonsten sollten Sie darauf achten, dass die Kamera die Möglichkeit bietet, Blende und Zeit Manuell zu wählen und einen individueller Weißabgleich einstellbar ist.


Spiegelreflex:
Bei einer Spiegelreflexkamera können Sie eigentlich nicht viel falsch machen. Grundsätzlich ist immer die Frage welchen Hersteller man wählt. Canon und Nikon sind die Marktführer und es macht qualitativ keinen großen Unterschied für welche Seite sie sich entscheiden, auch wenn es immer wieder vehemente Verfechter beider Seiten gibt. Viel entscheidender ist die Frage, ob sie bereits Objektive für das eine oder andere System haben oder ob sie Freunde / Bekannte haben, die mit einem der beiden Systeme arbeiten. In diesem Fall, könnten Sie sich sowohl Rat und Hilfe besorgen, wie auch Objektive ausleihen, um erstmal testen zu können.

Bei der Frage nach Vollformat-Sensor oder Kameras mit einem Crop-Faktor, hängt die Entscheidung zum einem von dem vorhandenen Buget ab, zum andern von der Art der von Ihnen gewünschten Fotografien. Wenn Sie vorrangig einzelne kleine Schmuckstücke fotografieren möchten, ist eine Kamera mit einem Crop-Faktor die bessere Wahl, da sie automatisch eine verlängerte Brennweite bekommen (so wird bei einer Kamera mit einem Crop-Faktor von 1,6 aus einem 100 mm Objektiv eine 160er). Wollen Sie stattdessen größere Schmuckstücke oder Gruppen aus mehreren Schmuckstücken in Szene setzen, ist eine Vollformatkamera vorteilhafter, aber nicht dringend erforderlich.

Welches ist das beste Objektiv für Schmuckfotografie?

Für die Schmuckfotografie benötigen Sie vorrangig ein Makroobjektiv, wenn Sie Einzelstücke wie Ringe etc. fotografieren wollen. Entweder suchen Sie nach einem Objektiv, das eine 1:1 Abbildung ermöglicht. Oder sich achten auf den minimalen Objektabstand. Dieser sollte je nach Brennweite zwischen 10 und 20 cm liegen. Dabei eignen sich Brennweiten zwischen 80 und 200 mm.

Wenn Sie vorhaben, mehr Schmuckgruppen oder Ketten zu fotografieren sind Brennweiten zwischen 50 und 100 mm besser geeignet.

Brennweiten unter 50 mm sind eigentlich für die klassische Schmuckfotografie eher ungeeignet, da die Proportionen des Schmucks eventuell stark verzerrt werden.

Besonders gut eignen sich Tilt und Shift-Objektive im Schmuckbereich. Diese ermöglichen die Schärfeebene schief zu legen. Zum Beispiel lässt sich eine Kette, die auf einer Ebene liegt und schräg fotografiert werden soll, komplett scharf abbilden. Allerdings sollte man aufpassen - auch ein Tilt & Shift-Objektiv ist kein Zauberwerkzeug, (wie viele semiprofessionelle Fotografen meinen). Die Verschwenkmöglichkeiten werden im Nahbereich immer geringer, sodass man beim Objektabstand von 15 cm die Schärfeebene vielleicht noch 5 - 10° verschwenken kann (bei einem 90mm T/S), bei einem Abstand von 70 cm ergibt sich dagegen ein Winkel von ca. 50 - 60°.

Welche anderen Möglichkeiten statt eines Makroobjektives gibt es?

Nahlinsen - Es gibt Nahlinsen in verschiedenen Stärken. Je stärker die Linse das Objekt herran holt, des schlechter wird allerdings die Abbildungsqualität.

Zwischenringe -

Balgen -

Retroobjektive -

Welche Beleuchtung ist für die Schmuckfotografie gut geeignet?

Die Art der Beleuchtung spielt erst einmal keine Rolle bei der Schmuckfotografie. Es ist egal, ob Sie mit Dauerlicht wie Halogenlampen oder Leuchtstoffröhren arbeiten oder Blitze einsetzen. Wer erst einmal experimentieren möchte, kann auch mit Tageslicht recht gut Ergebnisse erzielen.

Weißabgleich

Wichtig ist dabei erst einmal nur, dass Sie an der Kamera den richtigen Weißabgleich einstellen. Sie können dafür die Voreinstellungen der Kamera verwenden. Es ist allerdings erheblich besser, wenn Sie einen manuellen Weißabgleich einstellen, bei dem Sie in dem verwendeten Licht eine Graukarte oder ein Weißes Blatt abfotografieren und damit den Weißabgleich einstellen. Allerdings bieten die wenigsten Kompaktkameras diese Möglichkeit.

Noch besser ist es allerdings, wenn Sie die Bilder als RAW-Dateien speichern und den Weißabgleich später bei der Entwicklung am Computer vornehmen. So lässt sich ein Farbstich besser erkennen und beseitigen.

Lichtformer

Der andere Aspekt, der bei der Wahl der Beleuchtung wichtig ist, ist die Art der Lichtformer. Also wie das Licht aus der Sicht des Schmuckstück aussieht. Grundsätzlich sollte man Schmuck nicht mit punktuellen Lichtquellen direkt beleuchten. Schmuck braucht in der Regel ein weiches Licht. Das bedeutet, dass das Licht entweder indirekt über weiße Pappen beleuchten oder über einen Diffusor weichzeichnen. Nun hängt es von der Art des Schmuckstücks ab, wie Sie das am besten bewerkstelligen und bedarf viel Erfahrung.

Einige Grundregel lassen sich aber leicht erlernen:

  • Matte Schmuckstücke sind deutlich leichter auszuleuchten. Dazu können relativ harte Lichtquellen verwendet werden.
  • Glänzende Schmuckstücke brauchen ein sehr weiches Licht. Hier kommen großflächige Diffuser zum Einsatz
  • Um Rundungen am Schmuckstück deutlich zu machen, sollte man versuchen diese durch weiche Verläufe des Lichtes nachzuzeichnen
  • Sowohl matte als auch glänzende Schmuckstück brauchen schwarze Reflexionen, um das Material und die Oberfläche deutlich zu machen. Jedoch sollten diese nicht zu dominant sein und die Form des Schmuckstücks unterstützen.

Was ist von einem Lichtzelt zu halten?

Lichtzelte sind für den Anfänger sicher ein guter Einstieg. Doch sollte man die Erwartungen daran nicht zu hoch setzen, denn sie bringen auch einige Nachteil mit sich, weshalb der fortgeschrittene Schmuckfotograf eher darauf verzichtet und sich selber passent zu dem Schmuckstück und der Aufnahmesituation ein indiviuelles "Lichtzelt" baut.

Der größte Nachteil an einem Lichtzelt ist, das der Schmuck oft zu gleichmäßig ausgeleuchtet wird. Das hat zwei Folgen: die Dreidimensionalität des Schmuckstücks geht verloren, weil der Betrachter Rundungen, Kanten, plane und leicht gewölbte Flächen, etc. nicht mehr differenzieren kann. Zudem passiert es oft, dass die Oberfläche des Metalls kaum noch auszumachen ist. So ist bei einem gleichmäßigen Licht der Unterschied von mattierten und polierten Gold oder Silber fast nicht zu erkennen. Bei mattierten Flächen, kann man nicht mehr gut erkennen, ob diese gesandstrahlt, gebürstet oder anders mattiert sind. 

Schwarze Einspiegelungen im Schmuck sind kaum notwendig. Wenn man nun versucht mit Hilfe von schwarzen Pappen dunkle Reflexionen auf den Schmuck zu bekommen, ist festzustellen, dass diese schnell wie Fremdkörper auf den Schmuck wirken und sich nicht in das Schmuckstück integrieren.

Wer mit einem Lichtzelt starten möchte sollte mit der Positionierung der Lampen experimentieren. Vorallem der Abstand zum Lichtzelt sollte variiert werden, um so Verläufe und Kontraste auf das Metall zu bringen.

Wie drapiert man Schmuck am besten?

Das beste ist natürlich, zu erreichen, dass die Schmuckstücke ohne Hilfsmittel im Bild plaztieren sind. Ansonsten sollte man sehr kleine Stücke Knetgummi verwenden. Man kann auch mit Heißkleber arbeiten. Das erfordert aber viel Übung und bringt immer wieder das Problem von Fäden, die der Heißkleber zieht, mit sich.

Grundsätzlich sollten alle Hilfsmittel eher auf der vom Betrachter abgewandten Seite eingesetzt werden, sodass sie nicht vor dem Schmuckstück entlang laufen. Bei einem stehenden Ring ist es beispielsweise besser, einen Draht oder einen Plexiglasstreifen im oberen hinteren Bereich des Rings zu befestigen und diesen mit einer dritten Hand zu fixieren, als den Ring auf ein Kentgummikügelchen zu drücken (da letzteres in der folgenden Bildbearbeitung schwieriger zu entfernen ist).

Sollte man bei der Schmuckfotografie unbedingt blitzen?

Nein - das ist nicht nötig. Da es sich um ein unbewegtes Objekt handelt, können Sie auch sehr lange Belichtungszeiten werden. Die spektrale Verteilung der einzelnen Farben ist bei Blitzlicht zwar ausgewogener, doch viel entscheidener ist der richtig eingestellt Weißabgleich.

Wie wichtig ist die Nachbearbeitung bei der Schmuckfotografie?

Ohne Nachbearbeitung ist die Schmuckfotografie kaum denkbar. Zum einen liegt das daran, dass die meisten Schmuckfotos Makroaufnahmen sind, wodurch der Schmuck deutlich vergrößert dargestellt wird. Materialfehler und Arbeitsmängel, die mit dem blossen Augen nicht zu erkennen sind, werden sehr viel größer dargestellt und erscheinen dem Betrachter des Fotos sehr gravierender(, auch wenn er diese bei Originalstück nicht erkennen könnte.) Solche Fehler sollte man natürlich beseitigen, da ansonsten ein falscher Eindruck vom Schmuckstück vermittelt wird. Das hat auch nichts damit zu tun, dass man Schmuckstück verfälscht, wie oft behauptet wird.

Dann ist es nicht möglich glänzende Schmuckstück freigestellt zu fotografieren, wie es zum Beispiel bei klassischen Produktfotos möglich ist, in dem man diese auf einer hinterleuchteten Plexiglasscheibe fotografiert. Das ist bei Schmuck deshalb nicht möglich, weil glänzende Flächen am Rand das Plexiglas einspiegeln und damit ausfressen. Die Folge davon ist, dass das Schmuckstück keine klaren Konturen hat. Deshalb müssen Schmuckstücke auf einem normalen weißen Untergrund fotografiert werden und später freigestellt werden.

Zum dem kommt, dass die Helligkeit und die Kontraste fast immer nachträglich noch mal korrigiert werden müssen. Auch Goldtöne wirken oft in Natura deutlich intensiver als im Foto und müssen deshalb oft im Foto noch verstärkt werden.

Wie kann ich mein Schmuckstück komplett scharf abbilden?

Um ein Schmuckstück komplett scharf abzubilden, sind drei Faktoren wichtig. Die zwei wichtigsten sind der Objektabstand und die gewählte Blende. 

Bei der Blende gilt grundsätzlich: je stärker man abblendet (also die Öffnung der Blende verkleinert bzw. die Blendenzahl (zum Beispiel auf 16) erhöht), desto größer wird die Tiefenschärfe. Also der Bereich der vor und hinter dem scharf eingestellten Punkt auch noch scharf abgebildet wird. Nun hängt es aber stark von der Güte des Objektives ab, wie weit man abblenden sollte. Denn bei jedem Objektiv leidet die Gesamtschärfe ab einer bestimmten Blende zunehmend. So leidet bei den meisten Standardobjektiven die Gesamtschärfe ab einer Blende von 8 bis 11, das bedeutet, dass dann selbst der schärfste Punkt nicht mehr richtig scharf wird.


Eine einfache Möglichkeit die Tiefenschärfe zu vergrößern ist es, den Abstand zwischen Kamera und Objektiv zu vergrößern. Während bei einem Abstand von 20 cm bei einem 100mm Objektiv mit einer Blende von 16, die Tiefenschärfe knapp 2mm breit ist, wächst der scharfe Bereich bei einem Abstand von 40 cm auf fast 12mm. Negativer Effekt ist dabei natürlich, dass das Schmuckstück auch erheblich kleiner abgebildet wird. Effektiv wird in diesem Beispiel das Schmuckstück mit nur noch 1/4 der Pixel dargestellt. Je nachdem wofür das Foto benötigt wird, kann die Auflösung dennoch ausreichen.

 

Wie fotografiert man am besten Edelstein und Diamanten?

Die allermeisten Steinformen sind auf eine frontale Beleuchtung und Betrachtung geschliffen. Der Brillantschliff zum Beispiel wurde so berechnet, dass möglichst viel Licht, das von vorne auf den Stein fällt, wieder nach vorne zurück geworfen wird und damit die Brillanz des Diamanten verursacht. Auch viele Farbsteinschliffe wurden auf dieser Grundlage entwickelt.

Deshalb ist es für die meisten Steine am besten, wenn Sie möglichst frontal fotografiert werden. Je flacher man einen Stein von der Seite fotografiert, desto mehr unschöne Stelle entstehen. Brillanten bekommen innerhalb der Tafel einen immer größeren dunklen Fleck, der auch durch geschickte Ausleuchtung nicht zu beseitigen ist.

Auch Farbsteine zeigen häufig ein ähnliches Phänomen. Während bei einer frontalen Betrachtung die Farbe des Stein schön zur Geltung zu bringen ist, entstehen bei einem zu schrägen Betrachtungswinkel tote Flächen im Stein. Teilweise kann man an diesen Stellen gerade durch den Stein hindurchsehen und sieht das Metall der Fassung oder den Untergrund dahinter. Teilweise entstehen aber auch dunkle Schatten im Stein, die ebenfalls durch gute Ausleuchtung nicht zu beseitigen sind.


Da Steine immer sehr individuellen Faktoren, wie Brechnungsindex, Transparenz, Einschlüssen und Schliffform, unterliegen, sollten Sie jeden zu fotografierenden Stein genau betrachten und beobachten wie sich seine Reflexionen und Farben verändern, wenn Sie ihn drehen oder den Betrachtungswinkel verändern.

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